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Nuri Torrent Ribas: Alles im Griff auf dem Olivengut Fontclara

Die Chefin des bedeutendsten Olivenguts der Region, das Roland Zanotelli gehört: Nuri Torrent.
Die Chefin des bedeutendsten Olivenguts der Region, das Roland Zanotelli gehört: Nuri Torrent.

Wenn ich an die Anfänge von Fontclara zurückdenke, dann sehe ich dieses Land mit seinen uralten Olivenbäumen – und mittendrin ein Mädchen, das zwischen ihnen spielt. Das war Nuri Torrent.


Nuris Familie war damals schon eng mit diesem Ort verbunden. Wir haben für mein Vorhaben zusammen Land gesucht, Parzellen erschlossen und neue Bäume gepflanzt. Ein zentraler Teil des heutigen Gutes Fontclara stammt aus ihrem Besitz. So verkaufte sie eine ihrer Parzellen an Louis Jent, den Erbauer des Hauses, das ich heute bewohnen darf – zweihundert alte Olivenbäume inklusive.


Nuris Vater war eine prägende Figur im Dorf, als Stadtrat kannte er die Menschen, die Zusammenhänge und die Möglichkeiten dieses Landes.


Als Nuri später fortgegangen war, um unter anderem in Bologna, der kulinarischen Hochburg Italiens, zu arbeiten, haben wir uns aus den Augen verloren.


Jahre später trafen wir uns wieder. Sie kam zusammen mit ihrem Vater und ihrem Bruder. Diese wollten mir ein Stück Land anbieten und Nuri hatte für uns vom Katalanischen ins Englische und umgekehrt übersetzt. So habe ich sie gefragt, was sie inzwischen mache. Nach ihrer Rückkehr aus Italien habe sie in der Hotellerie im Empordà gearbeitet, beschied sie mir, wo allerdings gerade Zwischensaison sei und sie deshalb aktuell keine feste Anstellung habe. Ohne lange zu überlegen, fragte ich sie, ob sie für mich und meine spanische Firma arbeiten wolle. Ich brauchte dringend jemanden, der mich beim Aufbau der Olivenölproduktion und bei der Vermarktung der Öle unterstützte. Von Vorteil war das jemand, der die lokale Kultur und die Sprache kannte und außerdem im Ort gut vernetzt war. Ausserdem musste dieser jemand äusserst flexibel sein, um mit meiner Arbeitsweise Schritt halten zu können. Ich habe viele Ideen, entscheide schnell und schiebe nichts auf die lange Bank. Kurzum: Es war alles andere als einfach, für dieses Anforderungsprofil im Ort geeignete Kandidaten zu finden.


Nuri hat zugesagt und sich auf dieses Abenteuer eingelassen. Sie hat sich rasch in viele verschiedene Aufgabenbereiche einarbeiten müssen. Sie hat Marketing gemacht, war in der Produktion, draußen auf den Feldern, hat die Pflege der Anlagen übernommen und sich dann auch mit der Technik der Mühle vertraut gemacht. Die toskanische Mori-Anlage, die wir heute bei uns installiert haben, bedient man nun wirklich nicht nebenbei.


Sie hat stets mehr und mehr Verantwortung übernommen. Der Betrieb ist gewachsen, und sie ist mit der Aufgabe mitgewachsen. Heute sprechen wir von rund sechzig Hektar eigenem Land, zwanzig Hektar Olivenhain in Pacht und von gegen zwanzigtausend Olivenbäumen. Unter Nuris Regie haben wir vor drei Jahren eine neue Produktionsstätte mitten in einen unserer Olivenhaine gebaut, sie mit moderner Technik ausgestattet und sind nun bereits wieder an deren Erweiterung.



Wir haben auch begonnen, auf unserem Gut Besucher zu empfangen. Heute kommen in der Saison täglich fünfzig bis hundert Gäste aus ganz Europa zu uns. Wir führen sie – je nach Gruppengröße – durch die Haine, verkosten die Öle und zeigen, wie wir arbeiten. Nuri übernimmt dabei oft selbst die Führung und erklärt, worauf es ankommt.


Für unsere gemeinsame Arbeit wurden wir bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von der katalanischen Regierung. Einige unserer Öle wurden als die besten der Region prämiert.


Nuri ist auch über den Betrieb hinaus in der Region bestens verankert. Als Mitglied des Gemeinderats der Gemeinde Palau-sator, zu welcher der Ort Fontclara gehört, bringt sie sich aktiv in die positive Entwicklung dieser Region ein, die leider mit Abwanderung von jungen Menschen in urbane Regionen zu kämpfen hat.


Mit Nuris Arbeit bin ich so sehr zufrieden, dass ich ihr als Erfolgsprämie Anteile an der Gesellschaft übertragen habe. Sie ist also heute nicht mehr nur Geschäftsführerin, sondern auch Partnerin von Zantolli, S.L., zu der das Olivengut Fontclara gehört.


Wenn ich Nuri heute sehe, wie sie zwischen Schreibtischarbeit, der Organisation der nächsten Ernte und der Gästebetreuung hin- und herjongliert, könnte ich nicht stolzer sein. Vom Mädchen, das zwischen den Olivenbäumen gespielt hat, zur Geschäftsführerin eines Betriebs, den sie heute mitträgt und weiterentwickelt. Möge unsere Zusammenarbeit noch lange so weitergehen.


Ihr,

Roland Zanotelli

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